Nun sitzen wir doch tatsächlich im 1017er und fahren aus unserer Straße raus, winken unter Tränen unserer Familie die uns hinterher schaut und können es eigentlich garnicht realisieren das wir gerade abfahren!
Es fühlt sich eher an wie ein Kurztrip übers Wochenende, aber die Tränen in den Augen und das flaue Gefühl im Bauch sagt etwas anderes.

Vor 2 Tagen hatten wir noch eine kleine Abschiedsfeier mit unserer Familie, alles zieht so schnell vorbei, die letzten Wochen und Monate sind vergangen wie im Flug, erst sagt man noch ... oh immer noch 3 Monate
... und dann sind es plötzlich nur noch Tage und ehe man sich versieht geht es auch schon los.

20 Minuten später stehen wir am Penny Parkplatz und kaufen noch ein paar Sachen ein die es vielleicht unterwegs nicht gibt und fahren dann mit Benny`s Eltern zusammen Richtung Schweiz, Karl-Heinz, Brigitte und Mandy werden uns noch 2 Tage begleiten bevor wir dann alleine weiterziehen.

Den ersten Nachtplatz finden wir irgendwo neben einem Wald, da uns das Wanderparkplatz Schild nicht zu einem Parkplatz geführt hat, stellten wir uns einfach neben den Feldweg, auch am nächsten Tag bei einer kleinen Wanderung war der Parkplatz nicht aufzufinden.

Am 2. Tag hatten wir dann einen traumhaft schönen Platz auf dem Mont Vully über dem Murtensee in der Schweiz, hier verbrachten wir dann gleich noch eine Nacht, nachdem sich Benny`s Eltern und seine Schwester Mandy wieder auf den Heimweg gemacht hatten.

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Vom Murtensee aus ging es dann weiter über La Chaux de Fonds nach Biaufont an den Fluß Doubs kurz nach der französischen Grenze, hier gibt es einen kleinen Parkplatz an dem es sich gut stehen lässt.

Am Tag darauf kamen uns dann Michel und Ursi besuchen, die neuen Besitzer unseres Toyota`s.
Mit den zweien verbrachten wir dann einen sehr schönen und gemütlichen Abend am Lagerfeuer.

Das Wetter trieb uns dann am Tag darauf weiter.

Es ging über Besancon - Dole - Chalon s-Saone - Montceau les Mines bis wir dann in Digoin auf einem Womostellplatz unseren Nachtplatz fanden.

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Die Fahrt über die Cevennen hat uns super gefallen, nur leider hatten wir fast die ganze Zeit Regen und teilweise auch Schneegestöber mit quer stehenden LKWs. Ansonsten verlief die Fahrt über St. Etienne - Le Puy en Velay - Mende - Rodez - Albi - Castres - Foix reibungslos. In Baraqueville (nahe Rodez) und Ax les Thermes (kurz vor Andorra) übernachteten wir jeweils.

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Von Ax les Thermes Richtung Andorra standen wir erst mal ewig im Stau, eigentlich dachten wir das unter der Woche nicht so viel los wäre, aber falsch gedacht, man hätte denken können ganz Frankreich will nach Andorra. Wir waren vor ein paar Jahren schon mal hier und irgendwie hat sich nichts daran geändert, Andorra ist eine einzige Baustelle.

Nun ja, wir haben unsere Tank`s mit Diesel für 95 Cent/L gefüllt, das Auto vom Salz befreit und sind dann schnell weiter Richtung Spanien.

Zum Vergleich, in Frankreich kostete der Diesel 1,15 Euro und in Spanien 1,05 Euro.

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Als wir dann in Spanien ankamen, war es langsam Zeit einen Nachtplatz zu finden.
Von La Seu de Urgell, Richtung Süden, gibt es 2 Stauseen, am ersten suchten wir vergeblich und als wir am 2. fast schon vorbei waren, entdeckten wir dann in Ponts noch eine Zufahrt zur Staumauer und von dort aus führte ein kleiner, sehr steiler Weg entlang des Stausees, der irgendwann in Schotter überging.
Dort stellten wir uns einfach in eine Ausbuchtung und genossen 2 Tage lang totale Ruhe und richtig tolles Wetter.

Nach 2 Tagen Erholung machten wir uns auf den Weg Richtung Bardenas Reales, die Fahrt dorthin führte uns durch schöne Landschaften. Das Hinterland von Nordspanien ist einfach ein wunderbares Reiseland, sobald man von den Hauptwegen runter ist, findet man viele einsame Wege und kleine malerische Dörfer.

Etwa 40 km von Huesca entfernt fanden wir dann in einem Pinienwald am Embalse de Ardisa unseren nächsten Schlafplatz.

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Auf einer schönen Nebenstrecke kamen wir auf eine kleine Anhöhe und ich sagte zu Benny das er kurz anhalten soll, damit ich ein paar Bilder machen konnte.
Doch beim Aussteigen bemerkte ich nicht das meine Kameratasche offen war und so flog meine Kamera
von 1,8m Höhe auf den Boden, meine Güte war das ein Schock!
Glücklicherweise waren nur ein paar kleine Kratzer dran, Benny`s Kommentar dazu war “ Wenn ich aus dem Auto gefallen wäre, hättest du bestimmt nicht so geschrien “.

Bei der Weiterfahrt, drückte Benny plötzlich die Kupplung und lies den LKW ausrollen ... es war bei voller Fahrt das Allrad Lämpchen angegangen.
Bei unserem 1017er geht wenn man den Allrad einschaltet (der darf nur im Stillstand eingeschalten werden) gleichzeitig die Untersetzung rein und der Motor hat plötzlich ca. die doppelte Drehzahl, dadurch würde es Getriebe und Motor zerreissen und unsere Reise wäre zu Ende gewesen.
Das Lämpchen war dann aber gleich wieder aus, den Fehler hat Benny bis heute nicht gefunden, denn wie soll man nach einem Fehler suchen, der sich in Luft aufgelöst hat.

Endlich in Bardenas Reales angekommen, haben wir auf Anhieb den gleichen Nachtplatz wiedergefunden wie vor ein paar Jahren und wollten uns dann in der Gegend ein wenig umschauen, deshalb holte ich meine Brille und putzte sie kurz an meiner Hose ab, plötzlich machte es Knack und ich hatte zwei Teile in der Hand. Tja, geklebt hat sie Benny zwar wieder, aber halten tut es nicht wirklich.

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Für die Fahrt Richtung Burgos nahmen wir die Schnellstraße um mal wieder schneller voran zu
kommen.
Am Abend stellten wir uns in der Nähe von Pradaluengo irgendwann einfach neben die Straße, da unsere Nachtplatzsuche erfolglos war.
 

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Plötzlich hielt neben uns ein Geländewagen an und ein Förster klopfte an unsere Tür, er erklärte uns mit Handzeichen, das er einen besseren Platz für uns hätte, also fuhren wir im nach und kurz darauf standen wir auf einem Picknickplatz mit Grill- und Wasserstelle am Waldrand.
Wir waren beide total baff und bedankten uns vielmals bei dem netten Förster.

Immer in Richtung Portugal durchquerten wir flache, monoton mit braunen Feldern gefüllte Ebenen und als dann am Abend wieder Berge in Sicht kamen waren wir froh wieder etwas grün zu sehen.
An einem riesigen Stausee (Embalse de Valparaiso) stellten wir uns dann auf einen kleinen Schotterparkplatz am See und am nächsten Morgen machten wir eine kleine Wanderung entlang des Ufers.

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Um relativ direkt Richtung Portugal unterwegs zu sein entschieden wir uns für eine kleinere Straße.
Direkt an der Grenze zu Portugal standen dann plötzlich 2 Grenzbeamte an der Straße und sagten uns mit Händen und Füssen das wir umdrehen müssen und immer wieder das Wort Tui. Kapiert haben wir nix und dachten, ok vielleicht ist die Straße abgerutscht, wir versuchen es am nächsten Pass ... dort angekommen standen dort 3 Grenzbeamte und wollten unsere Papiere sehen, einer davon sprach Englisch und klärte uns auf, das in Lissabon der Natogipfel stattfindet und alle kleinen Grenzübergänge geschlossen seien, nur in Tui, ca. 200 km weiter könne man nach Portugal einreisen. Nun mussten wir uns entscheiden, entweder 3 Tage warten oder einen Umweg in Kauf nehmen. Wäre das Wetter gut gewesen hätten wir gewartet, aber da es nur regnete hat, haben wir uns für den Umweg entschieden.
In Tui haben wir dann noch einmal auf einem Womostellplatz übernachtet bevor es am nächsten Tag nach Portugal ging.

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An der Grenze wurden wir dann auf die Seite gewunken und nach unseren Papieren gefragt, nach der Kontrolle der Reisepässe wollte der Grenzbeamte noch in unseren Aufbau schauen und kurz darauf standen 3 Männer in unserem Aufbau und stellen tausende von Fragen, wollten in alle Schränke schauen, wir mussten Taschen öffnen und natürlich blieb das an der Wand hängende Pfefferspray nicht unentdeckt. Wir wurden aufgeklärt, das Pfefferspray in Portugal illegal ist, leider hatten wir noch ein 2. dabei das natürlich nicht unbemerkt blieb und unsere Erklärung, das wir auf unserer Reise an vielen einsamen Stellen übernachten und das Pfefferspray für unseren Schutz dabei haben, interessierte natürlich nicht, da es in Portugal nicht zulässig ist (was wir nicht gewusst haben).

Und so nimmt alles seinen Lauf, wir werden in ein Zelt gebracht und müssen einen Zettel unterschreiben, das wir nicht nach Portugal einreisen dürfen, solange der Natogipfel stattfindet, da wir eine Gefahr sein könnten.

Jetzt sitzen wir für 2 Tage bei miserablem Wetter in Spanien fest, zwar haben wir einen schönen Platz an einem Fluss gefunden, aber der Platzregen und die starken Windböen lassen es meist nicht zu mehr als 15 Min. das Auto zu verlassen, bevor der nächste Starkregen kommt.

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Na dann bis zum nächsten mal,
aus Portugal.

Zum Schluß möchten wir uns noch ganz herzlich für die vielen Glückwünsche, Fresskörbe, Schutzengel, Glücksbringer, “Ohne dich ist alles doof” Tasse, Tibetische Gebetsfahne, Bruchsichere Weingläser, supercoole Gummistiefel, Karikaturen und alles andere was wir von euch bekommen haben bedanken.

Es ist uns nicht leicht gefallen euch zurück zulassen, ihr habt einen speziellen Platz in unseren Herzen und viele von euch reisen an unserer Pinnwand mit, wir vermissen euch sehr und freuen uns schon auf ein Wiedersehen, aber sind natürlich auch froh endlich unterwegs zu sein.

 

 

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