Endlich war es wieder soweit.
Wir hatten ab jetzt 5 Wochen Zeit und konnten es kaum erwarten das Festland von
Griechenland zu erkunden.
Doch das dieser Urlaub der schlimmste Urlaub werden würde, wussten wir damals noch nicht.

Am Donnerstag abend fuhren wir los, um noch ein Stück Richtung Berge zu fahren. Wir hatten uns extra viel Zeit für die Anreise genommen, da unsere Cora ziemlich alt ist und deshalb lange Autopassagen nicht gut durchhält.

Am Samstag 17 Uhr legte die Fähre in Venedig ab und sollte uns innerhalb von 26 Stunden nach Griechenland bringen.

Als wir in Venedig ankamen, sprach uns dann ein Grieche an, ob wir seinen Wohnwagen mit samt seinem Sohn auf die Fähre mitnehmen können und in Igoumenitsa wieder absetzen. Wir willigten ein.

Die Überfahrt verlief ruhig und am Sonntag abend um 19 Uhr waren wir dann da.
Unseren Nachtplatz mussten wir im dunkeln suchen, doch das war kein Problem. Wir hatten den Womo Führer
“Mit dem Wohnmobil nach Nordgriechenland” dabei.

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Am nächsten Morgen konnten wir uns dann erstmal unseren Stellplatz anschauen.
Dieser gefiel uns gut und so bauten wir die Stühle und den Tisch auf um zu Frühstücken.
Nach einem kleinen Spaziergang mit unseren Hunden machten wir uns langsam auf, wir wollten durchs Landesinnere Richtung Calkidiki.

Wir machten zwischendurch eine Kaffeepause an einem Fluss und erreichten nach ca. 3 Stunden
unseren 2. Nachtplatz. Wunderschön an einem Bergfluss gelegen.

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Am nächsten Morgen wachten wir im Nebel auf, frühstückten schnell und fuhren los, damit wir uns etwas aufwärmen konnten.
Unser Bus hatte so eine schlechte Batterie, das wir über Nacht nur die Kühlbox laufen lassen konnten (nicht mal dafür reichte es die ganze Nacht) unsere Heizung einschalten war daher unmöglich.

Nach einer Besichtigung der Ausgrabungsstätte Dodona (hat uns aber nicht besonders gefallen) Nähe Ioannia,
fuhren wir weiter über unzählige Pässe zum Vikos Balkon.
Einem schwindelerregenden Pfad oberhalb der Vikos Schlucht und da wir beide Höhenangst haben, mussten
wir uns sehr überwinden dort ein Stück entlang zu gehen.
Es war ein toller und gleichzeitig beängstigender Anblick, nur leider machte das Wetter an diesem Tag nicht mit.
Dort oben fanden wir dann etwas abgelegen auch einen schönen Nachtplatz.

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Nach unserem Frühstück machten wir einen langen Spaziergang in dieser wunderschönen Bergwelt und mit der Zeit wurde das Wetter auch immer besser.

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Dann ging es weiter Richtung Konitsa, dort gab es laut unserem Womoführer einen schönen Stellplatz
in der Nähe eines Flusses.

Ich war gleich hin und weg von den wunderschönen, alten, knorrigen Bäumen dort und konnte mich gar nicht satt sehen. Doch Benny war nicht besonders begeistert.
Deshalb machten wir nur einen kurzen Spaziergang in der Nähe und schauten uns etwas um.

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Ca. 20 km nach Konitsa fanden wir dann unseren 4. Nachtplatz, zwar auch nicht der Traumplatz
aber es war ok.
Unsere Cora war ziemlich erledigt vom vielen Suchen und deshalb beschlossen wir hier zu übernachten.

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Am nächsten Morgen hatten wir gerade unser Frühstück auf den Tisch gestellt und tranken unseren ersten
Schluck Kaffee, als Diddl aus dem Gebüsch auf uns zulief und auf einen Schlag anfing zu zittern.
Nach ca. 1 Minute konnte er sich fast nicht mehr auf den Beinen halten.
Wir waren total geschockt und wussten erst nicht was wir machen sollten ...
also so schnell wie möglich alles zusammen räumen, Essen weg werfen, Kaffee ausleeren, Tisch ins Auto werfen
und so schnell wie möglich zurück nach Konitsa.

Während der Fahrt über den Pass, rief Benny unsere Tierärztin in Deutschland an und schilderte ihr die Symptome, diese sagte ihm darauf, dass er sich nicht allzu grosse Hoffnungen machen sollte.

Mittlerweile hatte Diddl keine Kontrolle mehr über seinen Körper, zitterte als ob ihn jemand ununterbrochen
mit Elektroschocks misshandelt. Sein Körper schied alles aus was er in sich hatte, nur leider übergab er sich nicht,
er schäumte nur aus dem Maul und Tränen tropften unentwegt aus seinen weit aufgerissenen Augen.
Er versuchte während der Fahrt immer wieder aufzustehen und verteilte dadurch den ausgeschiedenen Kot im
ganzen Auto, an den Schränken, den Sitzen, ... und uns selbst.

Als wir endlich in Konitsa ankamen, schickten uns die Leute zu einem Krankenhaus ...
dort rannte ich dann schreiend umher bis mir endlich jemand sagte wo wir einen Tierarzt finden.
Zu allem Übel lief der Bus nicht mehr an und wir mussten ihn erstmal rückwärts schieben,
beim hinabrollen konnte Benny den Motor wieder starten.
Beim vermeintlichen Tierarzt angekommen, sahen wir das es eine Tierhandlung war.

Glücklicherweise fanden wir hier jemanden der sehr gut deutsch sprach und uns zum Tierarzt begleitete.
Dieser war dann aber nicht da und würde erst 2 Stunden später eintreffen.

Telefonisch fand unser Retter dann heraus was für ein Medikament wir kaufen mussten.
Also wieder rauf in das Dorf, zur Apotheke das Atropine holen und zurück zur Tierhandlung,
dort gab es einen jungen Mann der Diddl dann endlich ... nach ca. 3 Stunden ...
1 von den 5 Ampullen Atropine spritzte.

Ich war mittlerweile total aufgelöst und hatte die Hoffnung schon komplett aufgegeben, ich weinte nur noch.

Um unser Auto ... in dem Diddl lag ... hatten sich bestimmt 20 Männer versammelt.
Darunter Jäger und Schäfer die selbst schon einige Hunde durch dieses scheiß Gift verloren hatten.
Diese Männer sagten uns, wir müssen so viel Milch wie möglich in unseren Hund hinein drücken, damit er sich
übergeben muss. Nach einigem Zögern versuchten wir auch das ... ihm wurde über 1,5 Liter Milch eingeflösst,
er hustete dabei furchtbar und wir bekamen Angst, das er durch die viele Milch die er in seine Lungen bekam
ersticken würde aber nach ca. 10 Minuten übergab er sich dann endlich.
Kurz darauf bekam er dann die 2. Ampulle Atropine und nach weiteren 20 Minuten hörten die Krämpfe
langsam auf und er reagierte plötzlich wieder auf unsere Stimmen.

Auf einmal richtete er sich kurz auf und trank etwas von der Milch.
Als die Männer das sahen sagten sie uns das er jetzt überleben wird, doch ausser Gefahr war er noch lange nicht.
Die Männer gaben uns noch den Rat ihn warm einzupacken, denn er würde in den nächsten Stunden starken Schüttelfrost bekommen, also alle verfügbaren Handtücher raus und den Hund einpacken.

 

Am Nachmittag suchten wir uns einen Platz am Ortsrand, dort putzten wir erst mal das Auto und uns,
der komplette Boden und auch wir selbst waren voller Kot und Erbrochenem, der Gestank war kaum auszuhalten.
Der Teppichboden wurde sofort entsorgt.
Hier gab es einen Fluß an dem wir die Sachen provisorisch waschen konnten und die nächsten 4 Tage
verbrachten, damit er sich einigermassen erholen konnte.

Diddl konnte sich die ersten 2 Tage nicht mal aufrichten ... er war absolut kraftlos und hob nur alle
paar Stunden den Kopf um uns anzusehen, als er zum ersten mal wedelte schossen mir gleich wieder die Tränen
in die Augen. Endlich hatten wir wieder Hoffnung.

Am 2. Tag fuhren wir zum Tierarzt und der war dieses mal auch da.
Er verabreichte Diddl noch einmal 2 Ampullen Atropine.
Eigentlich hätte uns irgend jemand sagen müssen das wir das Atropine alle 12 Stunden verabreichen müssen,
bis das eigentliche Gift aus dem Körper ausgeschieden ist.
Abends spritzte Benny im dann die 5. und letzte Ampulle.

Am 3. Tag stand Diddl dann zum ersten mal auf ... er musste unglaublich dringend pinkeln und stand
dabei zitternd auf allen vieren, da konnten wir dann zum ersten mal wieder lachen. 

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Danach machten wir uns auf um langsam wieder zurück zum Hafen zu kommen.
Ca. 50 km weiter in Ioannia gingen wir dann für einen Tag auf einen Campingplatz um endlich unsere Kleidung
richtig zu waschen.

Doch in der Nacht fing es dann zu regnen an und die ganzen Klamotten waren wieder nass.
Wir haben dann alles irgendwie im Bus aufgehängt, damit es wenigstens einigermassen trocken wurde.

Am Abend waren wir dann in der Nähe des Hafens, denn am nächsten Morgen ging schon unsere Fähre zurück nach Venedig ... die wir einen Tag nachdem Diddl vergiftet wurde umgebucht hatten.
Am letzten Tag regnete es die ganze Zeit.

Die Fährfahrt war ruhig und als wir am nächsten Morgen in Venedig ankamen, konnten wir uns noch einmal
diese wunderschöne Stadt anschauen.

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